Die Ausbildung

 

"Was machen Rettungshunde eigentlich?" ist eine oft gestellte Frage aus der Bevölkerung. Wen suchen sie, wo suchen sie, welche Qualifikationen müssen Hund und Hundeführer vorweisen, um die Aufgabe, Menschen sowohl in der Natur als auch in Trümmern zu finden? Damit werden die beiden gängigsten Suchmethoden benannt, die Flächensuche und die Trümmersuche.

 

Eine kompetente Ausbildung der Hunde, der Hundeführer, sowie der weiteren Einsatzkräfte in diesen Sparten stellt für uns das wichtigste Kapitel in der Rettungshundearbeit dar.

Der reibungslose Ablauf eines Einsatzes und das schnelle Auffinden von vermissten und/oder verschütteten Personen setzt eine ca. 2-3 jährige Ausbildung eines Teams (Rettungshund und Hundeführer) voraus. In dieser Zeit werden sowohl theoretische Grundlagen vermittelt, als auch zahlreiche praktische Übungen gemacht. 

Als Überprüfung des Lernerfolges des Rettungshundeteams stehen am Ende Vor- und Hauptprüfung sowie Einsatzüberprüfung für das Team nach geltender Prüfungsordnung des BRH Bundesverband Rettungshunde e.V. an. Nur eine bestandene Prüfung vor einem unabhängigen Leistungsrichter gibt dem Team die Freigabe für den Einsatz. Die Einsatztauglichkeit des Teams wird dann jährlich nachgeprüft.

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Eignung zum Rettungshund

 

Beinahe jede Hunderasse verfügt über Eigenschaften, die sie für bestimmte Formen der Rettungsarbeit qualifiziert. Das gilt auch für Mischlingshunde aller Art. Wichtiger als die Rasse ist deshalb die individuelle Ausprägung bestimmter körperlicher oder charakterlicher Eigenschaften.

 

Grundsätzlich sind alle leistungsstarke, mittelgroße, nicht zu schwere Hunde geeignet, wenn sie Fitness, Gewandtheit, Nervenstärke, einen ausgeprägten Spieltrieb, Lernfreude sowie soziales Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen mitbringen. Je früher die Ausbildung beginnt, desto besser. Gerade junge Vierbeiner lernen schnell und spielerisch ihre Aufgaben kennen. Selbstverständlich können auch ältere Hunde, bei entprechender Vorausbildung, noch mit der Ausbildung beginnen.

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Eignung zum Hundeführer

 

Begeisterung und angemessener Ehrgeiz sowie eine sehr große Portion Teamgeist gehören zu den Stärken eines Hundeführers in der Rettungshundestaffel. Er ist physisch beweglich und psychisch belastbar.

 

Er ist sich darüber im Klaren, dass viel Idealismus und Zeit dazu gehört, denn Rettungshundearbeit ist weit mehr als ein Hobby. Der Hundeführer ist jederzeit - bei Tag und Nacht - einsatzbereit und wird in dieser Hinsicht von seinem Arbeitgeber und seiner Familie/Partner unterstützt.

Im Training beschränkt sich der Hundeführer nicht nur auf die Ausbildung seines eigenen Hundes. Er stellt sich auch als Helfer in der Ausbildung der anderen Hunde zur Verfügung. Er wird sich in unwegsamen Gelände  wieder finden, wird in staubigen Kiesgruben auf seinen Finder warten oder in dunklen, engen Räumen ausharren müssen, bis er gefunden wird. Und das alles bei jeder Witterung.

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Auch der zeitliche Aufwand muss bedacht werden. An einem Abend unter der Woche wird regelmäßig Unterordnung und Gerätetraining trainiert. Jeden Samstag oder Sonntag wird in einem Waldstück oder Industriegelände Flächen- oder Trümmersuche geübt. Neben den Trainingsterminen mit dem Hund sind regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse und theoretische Fortbildungen zu absolvieren, deren Inhalte praktisch geübt werden.

Seinen Hund zum Rettungshund auszubilden kostet also Zeit, Mühe und Geduld. Hinzu kommen finanzielle Aufwendungen (z. B. Einsatzausrüstung), die von jedem Hundeführer selbst zu tragen sind, da sich die Staffel ausschließlich durch Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert.

Ausbildung Suchtrupphelfer

 

Auch ohne Hund kann man die Staffel als Mitglied unterstützen. So gibt es neben den eigentlichen Rettungshundeführern auch Suchtrupphelfer, die das Team Hundeführer und Rettungshund ergänzen und während der Suche die Orientierung und die Kommunikation per Funk übernehmen. So kann sich der Hundeführer ganz auf seinen Hund konzentrieren. Auch von den Suchtrupphelfern wird die gleiche Einsatzbereitschaft verlangt, wie von den Hundeführern. Sie werden jährlich theoretisch und praktisch auf ihre Einsatzfähigkeit geprüft.